Autor: Mike Bormann

Chemnitz, eine Quelle des sächsischen nichtprofessionellen Theaters

Neben Hermann Kinzel waren Ende des 19. Jahrhunderts August Zweiniger und dessen Sohn Arthur bedeutende Aktivisten des sich entwickelnden nichtprofessionellen Theater im Chemnitzer Raum. August Zweiniger übernahm vor 130 Jahren unweit des Zentrums der Stadt ein Ballhaus, welches auch für die Theatervereine Auftrittsmöglichkeiten bot. Sein Sohn Arthur leitete bis 1928 die Chemnitzer Volksspielkunst-Gemeinschaft „Apollo“, die unter anderem dort auch Operetten aufführte und mindestens bis 1930 bestand.

Radebeul, den 28.9.2020

Ein Stück sächsische Theatergeschichte

Bereits im April erschien in der DDV- Edition, einem Geschäftsbereich der Sächsischen Zeitung, der Roman Der Theatermann. Das Werk, welches sich auf historische Tatsachen stützt, erzählt eine Episode aus der sächsischen Theatergeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht die Lebensgeschichte von Maximus René (1889–1945), dem Schauspieler und späteren Direktor der Sächsischen Landesbühnen, der schon als Kind einen Drang zur Bühne verspürte. Sein Weg zu einem eigenen Theater war mit zahlreichen Hindernissen, Intrigen, Krieg und Inflation gepflastert.

Der knapp 600 Seiten umfassende Roman ist für 20 Euro in jedem SZ-Treffpunkt sowie im Buchhandel erhältlich.

Radebeul, 25.8.2020

30 Jahre LATS

Am 23. Juni 1990, noch in der DDR, gründeten Vertreter von acht Theatergruppen und sechs Einzelpersonen aus den Bezirken Dresden, Karl-Marx-Stadt und Leipzig den Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V. Zum Vorsitzenden wurde Karl Uwe Baum (Dresden) und zum Stellvertretenden Vorsitzenden Roland Friedel (Leipzig) bestimmt.
Hervorgegangen ist der Verband aus einer Arbeitsgruppe, deren Gründung auf Anregung einer Beratung von Akteuren der Amateurtheaterszene im Volkskunstpodium Dresden erfolgte.

Radebeul, den 12. Juni 2020

Mitautor “Auf der Scene” verstorben

Am 22. April dieses Jahres verstarb nach langer Krankheit in Leipzig der Mitautor der Publikation Auf der Scene. Gesichter des nichtprofessionellen Theaters in Sachsen von 1500 bis 2000. Wolfgang U. Schütte im Alter von 79 Jahren. Dem Bibliothekar, Autor und Herausgeber kulturhistorischer Bücher hat die LATS-Publikation Auf der Scene den überaus wichtigen Beitrag „Theaterverlage fürs Volk“ zu verdanken.
Der in Rodalben (Pfalz) geborene Schütte war 1995 Begründer der Lene-Voigt-Gesellschaft sowie Herausgeber mehrerer Publikationen, u. a. der Voigt-Werksausgabe und Der rote Jahn über den 1910 gegründeten Arbeiter-Verlag Alfred Jahn in Leipzig.

Radebeul, 8.5.2020

Machkampf im sächsischen Laientheater 1920

Vor genau 100 Jahren, im Januar 1920, schloß sich die Vereinigung „Theaterfreunde“, eine Abspaltung Dresdner Laientheater unter Führung von Felix Renker vom „Verband dramatischer Vereine Sachsen“ seit 1916, dem Berliner „Reichsbund für Volksbühnenspiele“ an. Der Reichsbund war der direkte Kontrahent des sächsischen Verbandes. Die „Theaterfreunde“ bildeten mit einer Leipziger Gruppierung des Berliner Verbandes den „Gau Sachsen“. Unstimmigkeiten mit diesem neuen Partner ließen die „Theaterfreunde“ noch im selben Jahr in ihren alten Verband zurückkehren.

Der „Reichsbund für Volksbühnenspiele“ mit Sitz in Berlin und der sächsischen Verband waren die beiden bedeutenden und größten Verbände des nichtprofessionellen Theaters in der Weimarer Republik.

Radebeul, den 5.5.2020

Sächsischer Landespreis für Heimatforschung 2020

Auch in diesem Jahr lobt das Sächsische Staatsministerium für Kultus den „Sächsischen Landespreis für Heimatforschung“ wieder aus, der zusammen mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. ausgerichtet wird. Mit dem Preis sollen Arbeiten von ehrenamtlich tätigen Autorinnen und Autoren ausgezeichnet werden, in denen beispielhafte Aspekte der sächsischen Heimat erforscht werden. Damit sollen Werke gewürdigt werden, die auf professionellem Gebiet oft wenig Beachtung finden. Die Themenpalette ist breit gefächert und kann u. a. Kunst und Industrie, Mundart und Volkskunst, Alltagskultur, Feste und Bräuche bis hin zur Archäologie in  Orts-, Regional- und Landesgeschichte betreffen. Eingereicht werden können geschlossene Arbeiten als Buch, Aufsatz oder in anderer – z. B. multimedialer – Form, die eine eigene Forschungsleistung darstellen.
Es werden drei Hauptpreise (3.000, 2.000, 1.500 €), ein Förderpreis (1.000 €) und drei Schülerpreise (zu je 500 €) vergeben.

Wer sich beteiligen möchte sollte sich auf der Internetseite von Kultusministerium informieren. Dort findet man die ausführliche Ausschreibung.
www.saechsischer-heimatschutz.de/landespreis-fuer-heimatforschung.html

Einsendeschluß ist der 14. Mai 2020

Radebeul, den 25.3.2020

Überführung Volkskunstgruppen

Bereits vor der Gründung der DDR gab die Deutsche Verwaltung des Innern und die Deutsche Verwaltung für Volksbildung die Verordnung zur „Überführung der Volkskunstgruppen und volksbildenden Vereine in die demokratischen Massenorganisationen“ und Gründung der Zentralstelle für Volkskunst heraus. Die Verordnung trat mit dem 1.1.1949 in Kraft. Die Überführung war bis zum 30.4.1949 abzuschließen und die Vereine aus dem Vereinsregister zu löschen.

Radebeul, 13.1.2020

Inszenierungen nichtprofessionelles Theater der SBZ/DDR

Nach einer halbjährigen Arbeit konnte auf der Grundlage einer langjährigen Sammlung von Inszenierungen ein Spielplan des nichtprofessionellen Theater in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR erstellt werden. Aus über 3.400 Inszenierungen von Theatergruppen von der Ostsee bis zum Erzgebirge, vom Oderbruch bis in den Thüringer Wald zeichnet sich ein Bild vom Anspruch und dem Verständnis der Amateure von 1945 bis 1990 ab. Bei dieser Erhebung wurden über 800 Autoren erfasst. An Hand der gespielten Stücke kann der Wandel im nichtprofessionellen Theater in der SBZ/DDR verfolgt werden. s.a. Inszenierungen nichtprofessionelles Theater der SBZ/DDR (PDF – Auszug 1960)

Radebeul, den 1.12.2019

Hier irrt Auf der Scene

Letzte offizielle Veranstaltung für das Amateurtheater der DDR

Während es 1989 in der DDR gärte, die scheinbare Stabilität des politischen Systems ins Wanken geriet, schien in der Amateurtheaterszene des Landes alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Die Theatergruppen bereiteten neue Inszenierungen vor,  die entsprechenden kulturellen Einrichtungen organisierten die Wettbewerbe auf dem Gebiet der Volkskunst und die 23. Arbeiterfestspiele standen vor der Tür.

Dennoch zeigten die Spielpläne der Gruppen von 1989, daß sich auch in dieser Szene eine Veränderung vollzogen hatte. Titel wie Becketts Warten auf Godot, Frischs Graf Ödeland oder Versuch, daß der König stirbt nach Ionesco mögen stellvertretend stehen für die künstlerische Auseinandersetzung der Amateurtheater mit der politischen Situation in der DDR.

Eine sichtbar gravierende Entscheidung war auch die Absage der Arbeiterfestspiele 1990. Damit wollte sich die Szene aber nicht abfinden. Und so organisierten die Zentrale Arbeitsgruppe „Amateurtheater“ und das Poetische Theater Leipzig für den 30. November bis 3. Dezember 1989 ein „Zentrales Treffen der Amateurtheater der DDR“ in der Messestadt. Entgegen der Aussage der Publikation Auf der Scene von 2013 (s. S. 261) fand dieses Treffen doch statt. Es war die letzte offizielle Veranstaltung für das Amateurtheater in der DDR.

Radebeul, den 1.10.2019

Paket aus Sachsen

BDAT-Webseite „Historie“ füllt sich

Schritt für Schritt stellt der Bundesarbeitskreis „Geschichte, Kultur und Bildung“ weiteres Material auf die Unterseite „Historie“ der Homepage des Bundes Deutscher Amateurtheater e.V.

So konnten jetzt Dokumenten veröffentlicht werden, die einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise eines Amateurtheaters aus Dresden der 1960er Jahre vermitteln. Neben der Regiekonzeption zu einem Tschechow-Abend mit dem Stück Das Jubiläum vom „Arbeitertheater der Bauarbeiter“ und einer Presserezension über eine Aufführung vermitteln drei Fotos dazu auch einen optischen Eindruck.

https://bdat.info/arbeitsfelder/geschichte-kultur-bildung/historie

Radebeul, den 27.9.2019